Kinder wieder ein bisschen Kind sein lassen – „Tage der Bedürfnisse“ an der Schule am Weinberg, dem Sonderpädagogischen Förderzentrum Regen

 

Lockdown, Schulschließungen, mangelnde Sozialkontakte, Konflikthäufung in den Familien, Ängste um Angehörige, psychische Belastungen der Eltern..., die Liste könnte noch beliebig erweitert werden. All diesen Herausforderungen mussten sich Kinder und Jugendliche in den letzten Monaten stellen. Mit wenig Vorerfahrung sollten sie digitalem Unterricht folgen, selbständig Lernen verwalten, auf persönliche analoge Rückmeldung verzichten. Dies hinterließ merkbar Spuren bei den Kindern. Auffällige Verhaltensweisen, geringe Konzentrationsspanne, wenig Ausdauer und auch körperlicher Konditionsabbau stechen den Fachkräften an der Schule am Weinberg, dem Sonderpädagogischen Förderzentrum Regen, ins Auge. Diesen besonderen Umständen wollen die Pädagogen entgegensteuern und deswegen finden in den nächsten Wochen die „Tage der Bedürfnisse“ an der Schule statt.

„Dabei sollen die Tage natürlich nicht nur im Schulgebäude abgehalten werden“, sagt Schulleiterin Linda Langer. Mit dem Lehrerkollegium will sie „die soziale Komponente, das Auffangen der Kinder in den Fokus rücken. Vor der blanken Wissensvermittlung oder dem Schließen vermeintlicher Lernlücken stehen bei uns in diesen Tagen die Werte und die Sozialkompetenz im Vordergrund“, so Langer weiter. Deswegen war es dem Kollegium der Schule am Weinberg ein Anliegen, sobald es wieder möglich ist, den Kindern einen unbeschwerten Tag zu ermöglichen, wo sie einfach nur Kind sein konnten mit all den Bedürfnissen, die seit Corona zu kurz kommen. Daher machten sich die Klassen 1 bis 5/6 auf den Weg in die Gäubodenstadt Straubing, um einen interessanten, lehrreichen und fröhlichen Tag im Tierpark zu verbringen. Um die Eltern nicht über Gebühr zu belasten, steuerte der Förderverein der Schule am Weinberg eine nicht unerhebliche Summe bei, um den Ausflug für alle Kinder zu ermöglichen.

Mit dem großen Bus und unter Berücksichtigung des ambitionierten Hygienekonzepts der Schule ging es gleich in der Früh los. Trotz Maskentragens waren die strahlenden Kinderaugen gut erkennbar.  Gruppenweise ging es vorbei an den vielen unterschiedlichen Tiergehegen. Und manch ein Erstklässler war freudig überrascht, wie viele Buchstaben er auf den Schildern schon erkennt und lesen kann. So übte Maximilian zusammen mit seiner Lehrerin Lisa Schmidt das „Wisent“ zu erlesen.

Spätestens am Streichelgehege war dann aller aufgestauter Kummer vergessen. Ziegen und Kinder stürzten sich aufeinander und Kilian Wenzel, der Klassenleiter der zweiten Klasse, musste so einiges Kleingeld berappen, um ausreichend Futter aus dem Automaten zu ziehen. Nach dieser für Mensch und Tier wohltuenden Streicheleinheit ging es weiter, um den menschlichen Hunger zu stillen. Pommes und Currywurst, Wiener und ein kleines Eis in Gemeinschaft verzehrt, schmeckte allen vorzüglich. Ein Tobe-Aufenthalt am Spielplatz läutete die letzte Stunde ein, bevor es wieder nach Hause ging.

Natürlich werden auch die größeren Klassen ihren „Tag der Bedürfnisse“ erhalten. So plant eine Klasse einen Ausflug zum Schafhof Perl, andere besuchen den Bayernpark und die Abschlussklasse wagt sich nach Sankt Englmar in den Klettergarten. Die ganz Kleinen aus der Schulvorbereitenden Einrichtung fahren mit der Waldbahn nach Deggendorf, um sich am Wasserspielplatz zu vergnügen.

  

  • Antonia_und_die_Ziegen
  • Finja_fütternd
  • Laura_beobachtet_Flamingos
  • Robert_chillt
  • Tanja_und_Alina_mit_neugierigen_Ziegen
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