Was hat unser Essen mit dem globalen Klima zu tun? Kann der Einzelne einen Unterschied machen? Fragen, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4/5 G der Schule am Weinberg auseinandergesetzt haben. Statt Mathe, Deutsch und Englisch standen einen halben Schultag Nachhaltigkeit sowie der Einfluss der Ernährung auf das globale Klima auf dem Stundenplan. Gemeinsam mit Jan Turner wurde ein Projekt der Deutschen Umwelt-Aktion e.V. (DUA) und atmosfair durchgeführt.

Zunächst erklärte Turner den Schülerinnen und Schülern des Sonderpädagogischen Förderzentrums mithilfe eines kleinen Globus in einer Plexiglashülle anschaulich, dass unsere Erde von einer Atmosphäre umgeben ist. Die Schüler konnten hier viel eigenes Vorwissen einbringen und fanden schnell heraus, wer dafür verantwortlich ist, dass es innerhalb dieser Atmosphäre immer wärmer wird: der Mensch.

Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe, LKWs und Autos tragen maßgeblich zum Klimawandel bei und der Mensch lebt, auf Kosten der Umwelt, über seine Verhältnisse. Doch nicht nur durch die Mobilität, auch durch unsere Ernährung wird die Erde strapaziert.

Besonders nachvollziehbar verdeutlichten Berichte von Kindern aus aller Welt, die über Veränderungen in ihrer Region berichteten. Anschließend konnten die Schülerinnen und Schüler mit einer „Klimawaage“ feststellen, wie viel CO2 in verschiedenen Gerichten wie Döner, Spaghetti mit Tomatensoße, Schnitzel mit Pommes oder einem Apfel steckt. Die Ergebnisse der Klimawaage waren dabei teilweise überraschend. So sind bestimmte Lebensmittel sehr klimaschädlich, weil sie z.B. lange Transportwege haben. Auch Gerichte mit Fleisch haben eine schlechtere Klimabilanz als vegetarische Gerichte, da z.B. Rinder teilweise mit Soja gefüttert werden, welches aus dem Amazonasgebiet stammt. Unsere „Grüne Lunge“ wird dafür abgeholzt. Den Fleischkonsum zu reduzieren und statt Billigware vom Discounter besser regionale Produkte vom Bauern nebenan zu kaufen, kann dem Klima helfen – und ist gleichzeitig noch viel gesünder für den eigenen Körper. Auch Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten oder vom Wochenmarkt hat eine bessere Klimabilanz als Produkte aus dem Ausland.

Allerdings gab die Klimawaage auch preis, dass für den Körper ungesunde Produkte nicht automatisch schlecht für das Klima sind – und gesunde Gerichte sind nicht automatisch klimafreundlich.

Wie aber ernährt man sich nun klimafreundlich? Für die Schülerinnen und Schüler am Ende des Projektvormittags ganz klar: Wenn möglich, Lebensmittel aus der Region kaufen – und das zu der Zeit, wenn sie auch Saison haben. Niemand braucht im Dezember frische Erdbeeren auf seinem Teller. Ein heimischer Apfel stellt eine bessere Alternative dar. Fleisch und tierische Produkte sollten mit Bedacht konsumiert werden. Es muss nicht jeden Tag Fleisch auf dem Speiseplan stehen. Statt häufig billiges Fleisch zu essen, sollte man seltener, aber dafür hochwertiges Fleisch essen. Damit auch die Tiere unter würdigen Bedingungen aufwachsen können und kleinere, heimische Bauern weiter existieren können und Fleisch bald nicht nur noch aus industrieller Massentierhaltung stammt.

Am Ende waren sich alle einig. So, wie es läuft, kann es nicht weitergehen. Vielleicht haben die Schüler jetzt noch keinen großen Einfluss auf das Konsumverhalten der Eltern. Aber die größte Bedrohung für unseren Planeten ist der Glaube, dass jemand anders ihn retten wird.

 

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